Goldlagerstätten

Goldvorkommen in nur geringen Konzentrationen

Goldmine in Australien

Goldmine in Australien

Gold zählt zu einem der wertvollsten und gleichzeitig seltensten Edelmetalle der Welt. Man schätzt, dass bislang erst 150.000 Tonnen weltweit gefördert wurden. Zwar ist Gold überall in der 16 Kilometer dicken Erdkruste vorhanden, aber in der Regel nur in einer geringen Konzentration von ca. 5 Gramm/ Tonne. Schwer zu finden, schwer zu fördern – wer sich auf die Goldsuche macht, braucht deswegen Ausdauer und Geduld. Regionen mit den höchsten Goldkonzentrationen im Boden befinden sich in Südafrika, Nordamerika und Australien. Je nach Entstehungsart des Goldes unterteilt man die Lagerstätten in verschiedene Typen.

Primäre Goldlagerstätten

Eine grundlegende Unterscheidung von goldhaltigen Bodenregionen ist die Unterteilung in primäre und sekundäre Lagerstätten. Als primäre Lagerstätten bezeichnet man Böden mit Goldvorkommen, in denen das gelagerte Gold auf klassische Weise in Quarzgängen eingeschlossen ist. Dorthin gelangt das auch als „Berggold“ bezeichnete Gold über heiße, hydrothermale Fluide, also flüssige, stark erhitzte Lösungen aus dem Erdinneren, die in die Gesteinsspalten der Erdschicht einströmen und sich dort ablagern. Wirtschaftlich rentabel ist ein Abbau von Gold bei einer Konzentration von mehr als 2,5 Gramm/Tonne. In der Regel weisen Quarzgänge aber nur eine Goldkonzentration von einem Gramm pro Tonne auf.

Sekundäre Goldlagerstätten

Wenn primäre Goldlagerstätten im Laufe der Jahrmillionen durch Witterung (Temperatur, Wind, Wasser) und Erosion abgetragen werden, spricht man von sekundären Lagerstätten. Das Gold wird dann aus seinem Gesteinsmantel herausgespült und lagert sich in Verbindung mit anderen Schwermineralien als feiner Goldstaub oder kleine Körner, den sogenannten „Nuggets“, in den Niederungen von Bächen und Flüssen ab. Das sogenannte „Seifengold“ hat sich gebildet. Man bezeichnet dieses durch Verwitterung entstandene Gold auch als „Waschgold“ oder „Goldseife“.

Orogene Goldlagerstätten

Zu den primären Goldlagerstätten zählt man auch die sogenannten orogenen Lagerstätten. Einige der größten Goldförderregionen der Welt fallen unter diesen Typ. Diese Goldlagerstätten liegen in Bodentiefen zwischen 1200 und 4500 Metern und entstanden im Zuge von Gebirgsbildungen. Sie kommen vor in marinen Sedimenten (Meeresablagerungen) oder metamorphem Gestein (tief in der Erdkruste durch hohen Druck und Temperatur entstanden). Bei der Ausbildung von Gebirgen werden metamorphe Fluide von Temperaturen zwischen 250 und 400 Grad Celsius freigesetzt („mesothermal“), die Quarz, Gold und Sulfide in die Gesteinsspalten einpressen. Der Goldgehalt von orogenen Goldlagerstätten ist in der Regel sehr hoch und weist nicht selten eine Konzentration von 10 Gramm/ Tonne auf. Wichtige Lagerstätten dieses Typs befinden sich in den USA, in Afrika, Westaustralien, Ghana und Brasilien.

Epithermale Goldlagerstätten

Epithermalen Lagerstätten fallen ebenso unter die Kategorie primäre Goldlagerstätten. Das Gold lagert hier relativ oberflächennah in einer Tiefe bis zu 1500 Metern. Diese Art von Goldlagerstätte befindet sich hauptsächlich in Sedimentgestein und magmatischem Gesteinen. Die Temperatur der hydrothermalen Fluide im Magmagestein beträgt zwischen 200 und 300 Grad Celsius („epithermal“). Die Goldkonzentration liegt hier zwischen 1 und 10 Gramm Gold pro Tonne Gestein. Die wichtigsten Lagerstätten dieses Typs befinden sich in Papa Neuguinea, Neuseeland, Peru, Rumänien und Mexiko.

Goldlagerstätte Witwatersrand Typ

Ein besonderer Typ von Goldlagerstätte ist die Witwatersrand Goldmine in Südafrika, das mit Abstand größte Goldfeld der Welt. Zirka 40.000 Tonnen Gold wurden bislang aus ihr gefördert. Die Witwatersrand Goldmine zeigt sich als ein gewisser Mischtyp aus primärer und sekundärer Goldlagerstätte. Das geborgene Gold weist zu 25% eine Form auf, die typisch für eine Entstehungsweise durch den Goldtransport über hydrothermale Fluide ist, also primären Charakter hat. Zirka 75% des geförderten Goldes dagegen haben typische Merkmale von Schotter- oder Nugget-Gold, sind also durch Verwitterungsprozesse und den fluidalen Transport (Wassertransport) entstanden. Das Gold der weltgrößten Mine muss jedoch aus erheblicher Tiefe gefördert werden. Die Goldschächte befinden sich teilweise bis zu 4000 Meter unter der Oberfläche. Damit befinden sich in der Witwatersrand Goldmine auch die tiefsten Bergwerke der Welt.