Chemische Eigenschaften von Gold

Gold: außergewöhnliches Metall mit außergewöhnlichen Fähigkeiten

Gold zählt auf Erden zu den Bodenschätzen, die nur in sehr geringen Mengen vorhanden sind. Sein seltenes Vorkommen und auch sein besonderer Glanz waren der Grund dafür, dass Gold mit der Zeit zum bedeutendsten Geld- und Wertmetall in der Geschichte der Menschheit aufsteigen konnte. Neben der besonderen Bedeutung für die Schmuckherstellung und die Finanzwelt spielt das Edelmetall aber auch aufgrund seiner außergewöhnlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften eine wichtige Rolle als Werkstoff für die Industrie.

Chemische Grundeigenschaften von Gold

Au Logo auf Gold

„Au“ ist das chemische Zeichen für Gold

Grundsätzlich handelt es sich bei Gold um ein chemisches Element. Der lateinische Name für Gold lautet „aurum“. Von dieser Bezeichnung leitet sich das chemische Symbol „Au“ für Gold ab. Im Periodensystem nimmt Gold die Ordnungszahl 79 in der Gruppe 11 ein. Wie alle chemischen Elemente der Ordnungszahlen 21 bis 30, 39 bis 48, 57 bis 80 und 89 bis 112 zählt Gold damit zu den sogenannten „Übergangselementen“ oder auch „Übergangsmetallen“, da es sich bei all jenen Elementen dieser Ordnungszahlen erstens um Metalle handelt und zweitens an diesen Stellen im Periodensystem ein Übergang zu einer zunehmenden Anzahl von Elektronen in der Elektronenhülle stattfindet. Weiterhin zählt Gold wie z.B auch Plutonium und Caesium zu den sogenannten „Reinelementen“. Es existiert dazu also nur ein Isotop und kommt damit in der Natur immer nur mit derselben Anzahl an Protonen und Neutronen im Atomkern vor.

Hohe Korrosionsbeständigkeit

Was das Edelmetall für industrielle und medizinische Zwecke so interessant macht, ist seine hohe Korrosionsbeständigkeit. Gold wird auch als chemisch „inert“ bezeichnet, zeigt sich also sehr träge in der Reaktion mit anderen Stoffen. Gold geht so z.B. keinerlei Reaktionen mit Luft und Wasser ein und korrodiert selbst dann nicht, wenn es sehr lange anspruchsvollen Witterungsverhältnissen ausgesetzt ist. Diese hohe Oxidationsbeständigkeit macht Gold z.B. interessant für die Herstellung von elektronischen Leitsystemen für High-End-Elektrogeräte. Aus Gold gefertigte Strombauteile sind äußerst widerstandsfähig gegen Umweltseinflüsse und bleiben deshalb sehr lange leitfähig. Gold ist außerdem auch sehr säurebeständig. In der Zahnmedizin werden deshalb Zahnfüllungen gerne aus Gold gefertigt, weil Goldfüllungen von Säuren im Mund und in Speisen nicht angegriffen werden können. Auch Goldzähnen können Speisesäuren nichts anhaben. Lediglich „Königssäure“ (drei Teile konzentrierte Salzsäure und ein Teil Salpetersäure) vermag es, Gold zu schädigen und es aufzulösen.

Hellgelber Glanz und hohe Dichte

Eines der auffälligsten Merkmale von Gold ist sicherlich seine hellgelbe Färbung und sein besonderer Glanz. Damit zählt es neben Kupfer und Caesium zu den extrem seltenen Metallen, die eine echte Farbe aufweisen. Physikalisch auffallend ist auch die hohe Dichte und das damit verbundene hohe Gewicht. Die Dichte beträgt erstaunliche 19,3 g/cm³ (bei 20 Grad Celsius). Zum Vergleich: Plutonium hat mit 19,74 g/cm³ nur einen unwesentlich höheren Dichtegrad. Die hohe Dichte und das hohe Gewicht von Gold ist der Grund dafür, dass es auch der Gruppe der Schwermetalle zugerechnet wird.

Geringer Härtegrad und niedriger Schmelzpunkt

Goldmünzen werden geschmolzen

Der Schmelzpunkt von Gold liegt bei 1063 Grad Celsius

Obwohl ein Schwermetall, weist Gold einen erstaunlich geringen Härtegrad auf und ist deswegen sehr gut formbar und im Verhältnis zu anderen Metallen geradezu weich. Die hohe Duktilität (Dehnbarkeit) von Gold erlaubt es, dass das Edelmetall zu sehr dünnen Lagen ausgewalzt werden kann, bis es schließlich nur noch eine Dicke von 0,001 mm aufweist. Diese Eigenschaft macht man sich zum Beispiel bei Herstellung von Blattgold zu Nutze. Die außerordentliche Dehnbarkeit von Gold macht es z.B auch möglich, dass aus einer Feinunze Gold mit nur 31,1 Gramm ein Faden zu der unglaublichen Länge von bis zu 105 Kilometern gezogen werden kann. Der niedrige Schmelzpunkt von „nur“ 1063 Grad Celsius (zum Vergleich: Eisen schmilzt bei 1535 Grad Celsius) macht es schließlich noch möglich, dass Gold zudem sehr gut geeignet ist, um es einzuschmelzen und daraus wieder neue Formen gießen zu können.